Cornelia Hülmbauer gewinnt den Theodor Körner Förderpreis 2018!

14. Juni 2018

Am 12. Juni 2018 fand die Preisverleihung der Theodor Körner Förderpreise 2018 statt. In der Rubrik Kunst und Literatur hat Cornelia Hülmbauer, Studierende an der Angewandten, mit ihrem Buchprojekt „Häschen. Hinterdreingeschichten.“ gewonnen. Die Angewandte gratuliert herzlich!
Dr. Cornelia HÜLMBAUER

Häschen. Hinterdreingeschichten.

In dem vorgelegten Buchprojekt mit dem Arbeitstitel „Häschen. Hinterdreingeschichten.“ werden anhand des zentralen Motivs des Hasens bzw. Häschens (einerseits ein Wildtier, anderseits domestiziert) Überlieferung von und Erinnerung an Kriegserfahrungen über Generationen hinweg verhandelt. In Anlehnung an Erinnerungsstrukturen wird weder linear noch vollständig erzählt, sondern bruchstückhaft und schlaglichtartig. Zudem handelt es sich um ein gattungsübergreifendes literarisches Projekt zwischen Lyrik und Prosa, das auch vorgefundenes Material wie etwa behördliche Zeitdokumente und private Briefe integriert. Dies soll Reibungspunkte deutlich machen: von kollektivem Gedächtnis vs. individueller Erinnerung, Fakt vs. Fiktion, Geschichte vs. Geschichten.
Ausgehend von der Annahme, dass die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse auch in den Nachfolgegenerationen noch stattfindet oder vielleicht erst explizit möglich wird, klinkt sich das Projekt also in einen fortlaufenden Prozess ein, mit dem wir uns nach wie vor auseinander zu setzen haben. Angesichts des derzeitigen Wiederaufkeimens rechtsnationalen Gedankenguts scheint das kollektive Gedächtnis etwa rund um den Zweiten Weltkrieg womöglich zu wenig verknüpfbar bzw. aktualisierbar und die im vorgelegten Projekt behandelte Thematik damit höchst aktuell.
Cornelia Hülmbauer und Herbert Tumpel , Foto: Christian Fischer