Call for Papers - "Re/boot: Widerständigkeiten und Solidaritäten (neu) performen / Performing Resistances and Solidarities Anew"

Einreichfrist: 11. März 2018
Vortragsreihe der Abteilung für Genderangelegenheiten, Universität für angewandte Kunst Wien
Re/boot: Widerständigkeiten und Solidaritäten (neu) performen

Das politische und soziale Klima wird kälter. Regierungen vieler westlicher Staaten rücken immer weiter nach rechts, Neoliberalismen und akkumulierende Kapitalismen fördern zunehmend den Abbau von sozialstaatlichen Strukturen und klimapolitischen Bemühungen, und der (vermeintlich) erleichterte Zugang zur Inhaltsproduktion durch Nutzer_innen sorgt derzeit nicht für umfassende Demokratisierung der Medienlandschaft, sondern bietet vielmehr Anlass für dystopische Ernüchterung.

Die besorgniserregenden Entwicklungen betreffen zahlreiche Anliegen feministischer und queerer Kämpfe direkt. Viele Errungenschaften der letzten Dekaden wie zum Beispiel das Recht auf körperliche Selbstbestimmung sind akut gefährdet; Berichte über sexistische Übergriffe häufen sich und verunsichern; langjährig aufgebaute frauen*politische Projekte werden finanziell ausgehungert; repressive politische Maßnahmen werden wieder salonfähig und diskutierbar.

Die Sichtbarmachung und das produktive Unpacking von sexistischen, rassistischen, klassistischen und anderen auf Differenzsetzungen aufbauenden Strukturen und (Alltags-)Kulturen und vor allem die Entwicklung von Gegenstrategien werden nötiger denn je.

Die disziplinenübergreifende Vortragsreihe nimmt sich diese Situation im Studienjahr 2018/19 zum Anlass, um über Widerständigkeiten und Solidaritäten nachzudenken. Als angejahrte Begriffe sind beide Konzepte wesentliche Bestandteile historischer geschlechterpolitischer Kämpfe. Die aktuelle, historisch spezifische Situation lädt aber auch dringend zu Diskussionen hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit und zu Neudefinitionen ein. Wir möchten uns mit den Konzepten Widerständigkeit und Solidarität auseinandersetzen, mit sowohl realpolitischen als auch subversiven Strategien wider die sich verhärtenden Strukturen, mit Instrumenten gegen Diffamierung, mit Alternativen zur Organisation in Form von Projekten, mit dem politischen Potenzial des Erotischen und Affektiven in Aktivismen und künstlerischen Interventionen. Wir suchen nach Vortragenden, die über Strategien, Aktionsformen, Forschungsmethoden, Organisationsformen, künstlerische Interventionen und utopische Vorstöße berichten können, mit Hilfe derer sie lebbare, vielfältige, unerschrockene, unterstützende, gemeinsame, geteilte Räume und Ressourcen geschaffen haben oder zu schaffen hoffen.

Zur Vortragsreihe:

Die Vortragsreihe „Kunst – Forschung – Geschlecht“ wird im Studienjahr 2018/19 an der
Universität für angewandte Kunst Wien stattfinden und kann auch als Lehrveranstaltung absolviert werden. Die Vortragsreihe wird von der Abteilung für Genderangelegenheiten organisiert.

Eingeladen sind Wissenschaftler_innen und Künstler_innen aller Disziplinen, ihre Perspektive zu obigen Fragestellungen vorzustellen. Insbesondere möchten wir Nachwuchswissenschaftler_innen auffordern, Abstracts einzureichen – zum Beispiel aus dem Bereich Ihrer Dissertation. Vortragende erhalten ein Honorar von € 300, Reisekosten werden übernommen.

Pro Studienjahr werden üblicherweise acht Vorträge ausgewählt, die jeweils mittwochs an der Angewandten stattfinden. Die Dauer des Vortrages ist mit maximal 60 Minuten angesetzt. An den Vortrag schließt eine Diskussion an.

Konzept & Organisation der Reihe: Abteilung für Genderangelegenheiten

Einreichungen bitte per E-Mail bis spätestens 11. März 2018 an gender@uni-ak.ac.at mit
• Arbeitstitel
• Abstract (300 Wörter)
• Kurzbiografie
• Vollständigen Kontaktdaten
Einreichungen können in deutscher oder englischer Sprache erfolgen.
Wir bitten um Weiterleitung an Interessierte!


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