Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien

Leitung: Univ.-Prof. Maria Ziegelböck

Angewandte Fotografie ist ein Spielfeld in und zwischen den Genres. Das Ausarbeiten und Konzipieren von Ideen und die Durchführung von Auftragsstellungen bestimmen den Arbeitsalltag. Die Arbeitszusammenhänge berühren ein breites Spektrum unserer heutigen visuellen Kultur und den kreativen Möglichkeiten zur Umsetzung sind fast keine Grenzen gesetzt. Folglich besteht die Herausforderung in der Angewandten Fotografie darin, sich dem Markt mit einer authentischen und konsequenten Bildsprache zu stellen. Um aus der Masse an Produktionen herauszustechen, ist es wichtig, die eigene Arbeit in ihrer visuellen Identität und Haltung zur Gesellschaft zur Bedingung zu machen und diese konsequent, als auch undogmatisch zu behaupten.

Diese Vorgehensweise erfordert einen präzisen, kritischen Blick auf die eigenen Fähigkeiten, um diese anschließend auszubauen und trendunabhängig zu verfolgen. Die Entwicklung einer eigenen Bildsprache, und in der Konsequenz die individuelle Positionierung in und neben ökonomischen Systemen ist ein Prozess, der durch das Studium eingeleitet wird und als Motor die gesamte Karriere andauert.
Das „Unbedingte Interesse am Motiv“ ist Voraussetzung für einen reflektierten Subjektivierungsprozess. Die Auseinandersetzung und Erforschung verschiedener Themen und das Wissen um Referenzen bilden eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Umsetzung. Intuition und Improvisationsvermögen sind in weiterer Folge wichtige Fähigkeiten, die zu erarbeiten sind.

Eine eigene visuelle Kultur kann durch Analysen, Diskussionen und unmittelbare praktische Anwendung aufgebaut werden. Daher soll ein Schwerpunkt des Studiums auf die unterschiedlichen Themenbereiche der „Visual Culture“ gelegt werden, um die Erarbeitung und Umsetzung relevanter Positionen aus den bildenden und darstellenden Künsten, der Alltags- Pop- und Subkultur, dem Design und der Architektur zu studieren, und einer Neubetrachtung für die eigene Entwicklung zu unterziehen.
Die praktische Arbeit der Studierenden wird durch regelmäßige Bildbesprechungen und diskursive Präsentationen innerhalb der Klasse begleitet. Techniken der Kommunikation, sowie die Fähigkeit zur konstruktiven Kritik werden dieserart erarbeitet und gefördert. Anhand von konkreten Aufgabenstellungen wird die Arbeit im Fotostudio, Licht- und Kameratechnik, Produktion und Präsentation erläutert und umgesetzt. Ein Hauptaugenmerk soll auf dem Prozess des Editings liegen - sowohl in der angewandten Fotografie als auch in den zeitbasierten Medien ein Arbeitsschritt, der aufgrund der durch die sich rasch verändernden technischen Möglichkeiten immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Des Weiteren sind hier Bereiche der professionellen Kommunikation in der Selbstständigkeit, sowie die Positionierung zum kommerziellen Markt und die damit verbundenen wirtschaftlichen Aspekte angesprochen.
Das praktische Arbeiten wird durch direkte Einblicke in die Arbeitswelt unterstützt: Ein wesentlicher Bestandteil des Studiums sind Workshops und Lectures mit Gästen aus der internationalen Kreativindustrie, Exkursionen, Studiobesuche bei führenden Fotografinnen und Fotografen, sowie Präsentationen mit internationalen KreativdirektorInnen.