Philosophie

Leitung: Univ.-Prof. Dr. Marion Elias
Philosophie an einer Kunstuniversität hat sich den tatsächlichen Interessen und Fragen der Studentinnen und Studenten zu stellen. Dabei ist sowohl ein allgemeiner Überblick, durch die wichtigsten Positionen der Geschichte des Denkens, wie ein speziell angepasster „ad artem“ unerlässlich: Scheinbar weit Entferntes kann ebenso zu künstlerischen Äußerungen beitragen wie behauptet Verwandtes. Kritisches, unabhängiges, freies Denken an sich bleibt immer skeptisch gegenüber Theorien, Tendenzen, Ideologien, Paradigmen, Moden, angeblichen Wahrheiten und Tatsachen.

Daher soll den Produzentinnen und Produzenten weder ihre eigene Arbeit erklärt oder diese legitimiert werden, noch geht es um banale Beglückung mit Floskeln und Schablonen im Sinne von Beruhigungsmitteln. Kern- und Drehpunkt einer philosophischen Lehrkanzel an einer Kunstuniversität muss stets jener Punkt sein, an dem Künstlerinnen und Künstler aufgenommen und in ihrer Entwicklung weiter geführt werden können, direkt in der Linie ihrer Arbeitsproblematik und der Vielfältigkeit möglicher Reflexionen. Exakt das wird mit den Seminaren und Vorlesungen an der Abteilung Philosophie versucht, zusammen mit der Lecture-Serie Aisthesis, die sich kontemporärer ebenso wie historischer Interpretationen zum Thema widmet. Bertrand Russell definierte Philosophie als eine Art von „Niemandsland, jenes Gebiet zwischen dem Versuch, alles zu verstehen (Wissenschaft) und jenem, dem nur mit dem Glauben (Religion) beizukommen sei.“ Kunst verhält sich dazu quasi parallel.