Künstlerische Forschung


Weitere Informationen zu Projekten künstlerischer Forschung im Rahmen des PEEK-Programms des FWF finden Sie in der Projektübersicht:
Projekte künstlerischer Forschung


D.A.S. Dementia. Arts. Society.

Projektteam: Ruth Mateus-Berr (Projektleitung), Cornelia Bast, Antonia Eggeling, Elisabeth Haid, Pia Scharler und Tatia Skhirtladze

Institut für Kunst und Gesellschaft
Bei diesem Forschungsprojekts geht es um die Einbeziehung der Möglichkeiten von Kunst und Design, um die Herausforderungen, welche das Thema Demenz für unsere Gesellschaft darstellt, besser bewältigen zu können. Rund 10 Millionen Menschen in Europa leiden derzeit an Demenz. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz verdoppeln.

Menschen mit Demenz leiden unter gesellschaftlicher Stigmatisierung. Alltägliche Aufgaben wie Einkaufen, Geldgeschäfte und Reisen zu ihnen unbekannten Orten können schwierig für sie sein. Um Ablehnung und Peinlichkeiten zu vermeiden, ziehen sie sich von der Gesellschaft zurück.

Die grundsätzliche Hypothese dieses Forschungsprojektes ist, dass spezielle für diese Zwecke konzipierte Kunst- und Design-Strategien den gesellschaftlichen Umgang mit Demenz positiv verändern und die individuelle Situation von Menschen mit Demenz und ihren Pflegepersonen verbessern können.

Auf einer gesellschaftlichen Ebene hat dieses Projekt zum Ziel, künstlerische Prozesse zur Veränderung der Sinneswahrnehmung von Menschen ohne Demenz zu entwickeln damit das allgemeine gesellschaftliche Bewusstsein für die Situation von Menschen mit Demenz erhöht wird. Auf einer individuellen Ebene zielt das Projekt darauf ab, Konzepte für  Kunstwerke, Design-Produkte, interaktive kreative soziale Prozesse, performative Interventionen oder andere Kreativ-Tools zu entwickeln, um die individuelle Selbstbestimmung und das Selbstbewusstsein der Menschen zu erhöhen. Dies soll Menschen mit Demenz unterstützen, am gesellschaftlichen Leben für eine möglichst lange Zeit teilhaben zu können.

Beobachten und Verweilen mit Betroffenen und Betreuenden, Dialoge und Interviews mit Experten zu diesem Thema, Workshops zu Design-Denken und -Handeln, sensorische Workshops, erzählende Zeichnungen, Photographien, Videos und Interventionen im öffentlichen Raum sind die Methoden, die im Forschungsprozess zur Anwendung kommen werden.

Wo Sozialpolitik, Therapien, Pflege und Medizin an ihre Grenzen kommen, sollen Kunst- und Design-Strategien den Menschen mit Demenz neue Perspektiven auf ihre eigenen Fähigkeiten und auf die Situation in ihrem sozialen Umfeld eröffnen. Diese Herangehensweise ist ein neuer und besonderer Ansatz, auf die Herausforderungen, die durch Demenz entstehen, zu reagieren.

www.dementiaartssociety.com 
 
D.A.S. Dementia. Arts. Society. 2016.