Künstlerische Forschung


Weitere Informationen zu Projekten künstlerischer Forschung im Rahmen des PEEK-Programms des FWF finden Sie in der Projektübersicht:
Projekte künstlerischer Forschung


Fließende Körper - schalloses abformen

Klaus Bollinger
Institut für Architektur
Das heutige Design-Dilemma ist eine technologische Lücke zwischen anspruchsvollen Software-Modellen und der Fähigkeit, diese Modelle in die Realität umzusetzen. Komplexe Formen sind leicht mit Hilfe von Computer-Software generiert, aber sehr beschränkt, wenn es darum geht, sie in die reale Welt mit einem bergrenzten Budget zu übersetzen. Heute gibt es eine umfangreiche Welt virtueller Gestaltungsstrategien, die uns zur jederzeit zur Verfügung stellen um effizientere Strukturen und ästhetische Formen zu erforschen. Doch ohne eine anpassungsfähige Bauindustrie, welche diese Strukturen und Entwürfe auch realisieren kann, bleiben sie im Bereich von Utopie und Wunschvorstellung "Fluid Bodies" greift diesen Wunsch auf und fokussiert den Ansatz auf den am weitesten verbreiteten Baustoff Beton.

Beton ist fest, doch in seiner ursprünglichen Form ein flüssiger Baustoff, der jeden erdenklichen Körper und Gestalt annehmen kann. Ziel ist es, prozesshafte Gießverfahren zu entwickeln und daraus ein Alphabet flüssiger Körper zu generieren, die das einfache, aber radikale Paradigma des Festkörpers überwindet und neue volumetrische Formationen durch Gussexperimente erforschen kann. Durch das Vernetzen von Disziplinen wie Kunst, Architektur, Modedesign, und Ingenieurswesen versuchen wir eine Reihe von Methoden zusammenzustellen, die es uns ermöglichen gegossene Prototypen in allen Maßstäben und Formen zu produzieren. Damit begegnen wir konventionellen Form- und Schalungskonzepten und überholtem Materialempfinden mit einem transdisziplinären Ansatz.