Ausstellung TRANSFASHIONAL bringt junge Künstler- und Designerinnen aus Österreich, Polen und England zusammen
Centre of Contemporary Art in Warschau widmet sich junger Generation mit experimentellen und kollaborativen Projekten
19.05.2017


TRANSFASHIONAL untersucht, wie Kunst und Mode junger Künstler- und DesignerInnen auf gegenwärtige soziale, ökonomische, kulturelle und umweltbedingte Dringlichkeiten reagieren und wie in Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung neue Positionen entstehen. Die Ausstellung bringt junge KünstlerInnen aus Österreich, Polen und England zusammen. Heuteabend wird die aktuelle Ausstellung, an der Studierende der Universität für angewandte Kunst Wien mitwirken in der polnischen Hauptstadt im Centre of Centemporary Art Warschau eröffnet.
Mit dem Nachdenken über die Welt, in der sie leben, thematisiert diese junge Generation von Künstler/innen und Designer/innen auch die Notwendigkeit Produktionsprozesse und soziale Beziehungsgefüge einer Revision zu unterziehen. Sie wendet sich von der Modeindustrie mit ihrem super-akzelerierten Produktionsrhythmus ab. Ihr Bestreben nach Alternativen ermutigt und inspiriert neue Produktionen – mehr von Ideen denn von Gütern. Über Tragbarkeit und Funktionalität hinausgehend sind die Arbeiten kritisch, engagiert und konzeptionell, Symbole und Symptome des Zeitgeistes.
 
Transfashional startete 2016 mit einem Workshop an der Schnittstelle zwischen Mode und Kunst, an dem Hussein Chalayan (Modedesigner, Die Angewandte), die Kuratorinnen José Teunissen (Arnhem Fashion Biennial und London College of Fashion) und Susanne Neuburger (MUMOK − Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien), Barbara Putz-Plecko und Beatrice Jaschke (beide Die Angewandte) beteiligt waren. Transfashional ermutigt und präsentiert kollaborative und
 
experimentelle Projekte mit transdisziplinärem Fokus. Die Grenzen zwischen verschiedenen Disziplinen und Kunstsparten werden transparent.
 
In ihrem Video ‚Unmaking‘ ersucht die Künstlerin Lara Torres die Besucher/innen innezuhalten und darüber nachzudenken, wie wir in Zukunft Mode herstellen. Ähnlich evoziert Anna-Sophie Bergers Arbeit ‚She Vanished 1‘ Abwesenheit, Verlust und den generellen Zustand des Wegziehens, während Ana Rajčević mögliche Neuanfänge prüft. Ihre tragbaren Skulpturen in Form von langen Hörnern evozieren urtümliche wie futuristische Dimensionen. Kate Langrish-Smith hinterfragt Tragbarkeit und Funktionalität noch weitergehend. Ihre an den menschlichen Körper gebundenen Skulpturen fungieren als rätselhafte, performative Behelfsmittel. In Manora Auerspergs Arbeit wird die Ausstellung selbst zum Objekt künstlerischer Analyse. Sie zeichnet deren räumlichen Kontext in situ durch Transformation einer textilen Oberfläche. Für ihre ‚Excuse My Dust Serie‘ enwickelte Christina Dörfler-Raab einen destruktiven Oberflächenbearbeitungsprozess unter der Verwendung von Haushaltsprodukten wie Mehl und Chlorbleiche auf Second Hand Textilien; kontextualisiert wird die alltägliche Grundwasserverschmutzung von Färbe-und Bleichtechniken durch die Textilindustrie. Um neue Perspektiven auf die Phasen des Dekonstruktionsprozesses zu werfen, wurden in Kooperation mit der Performerin und Künstlerin Jasmin Schaitl performative Experimente entwickelt. Afra Kirchdorfer wiederum kreiert ein modulares Bekleidungssystem, das aus Bändern und geometrisch ausgeschnittenen Stoffteilen, die endlos miteinander um den Körper herum drapiert werden können, besteht – eine spielerische Aktion von Kombinations- und Rekombinationprozessen, Design und Re-Design und zugleich ein Überdenken der eigentlichen Bedeutung des Begriffs ready-to-wear. Der Grafikdesigner Maximilian Mauracher zeigt eine standortspezifische Installation mit Fokus auf der Übersetzung grafischer Zeichen/Texturen ins Textile.
 
Janusz Noniewicz, Dominika Wirkowska und Robert Pludra präsentieren mit einer Gruppe Studierender der Abteilungen Mode und Produktdesign der Akademie der Bildenden Künste Warschau eine von Robert Musils Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ inspirierte komplexe Videoanimation und interaktive Installationen. In ihrer Arbeit geht es um das Passivsein und Aktivwerden sowohl in der Position der Bürgerin, des Bürgers als auch als kreative Person in ihrer Beziehung zur sozialen, politischen und kulturellen Lebenswelt. Die Modedesignerin Anna Schwarz und die Fotografien Lisa Edi erforschen gemeinsam die dialektische Beziehung zwischen dem „Auge“ der Kamera und dem sie fokussierenden Objekt.
 
Künstler/innen und Designer/innen:
Manora Auersperg, Anna-Sophie Berger, Christina Dörfler-Raab & Jasmin Schaitl, Lisa Edi, Afra Kirchdorfer, Kate Langrish-Smith, Maximilian Mauracher, Ana Rajčević, Anna Schwarz, Lara Torres, Dominika Wirkowska & Daria Wierzbicka & Julia Sulikowska & Radek Smędzik & Margarita Slepakova & Clemens Fiechter & Robert Pludra & Maria Olszewska & Janusz Noniewicz & Wojciech Małolepszy & Emil Litwiniec & Brunon Kowalski & Jan Kardas & Natalia Gil
Kuratiert von Dobrila Denegri
 
TRANSFASHIONAL ist eine Veranstaltung des Österreichischen Kulturforum Warschau in Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste Warschau, der Universität für angewandte Kunst Wien, dem London College of Fashion und mit Unterstützung des Österreichischen Bundesministeriums für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien.
 
Centre of Contemporary Art Zamek Ujazdowki
Ausstellungsdauer: 20.05–04.06.2017  http://csw.art.pl
 
Kontakt und Info:
Österreichisches Kulturforum Warschau: warschau-kf@bmeia.gv.at
 
Centre for Contemporary Art Warschau: Arletta Wojtala: a.wojtala@csw.art.pl
Pressekontakt Österreichisches Kulturforum Warschau: martin.meisel@bmeia.gv.at
 
Centre for Contemporary Art Warsaw Zamek Ujazdowski | Jazdów 2 | 00-467 Warszawa | http://csw.art.pl
Öffnungszeiten: Di–Mi, Fr–So: 12 – 19 Uhr, Do: 12 –21 Uhr.
Donnerstags freier Eintritt
 
 
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