Data Materialities
springerin Issue XXXII – Spring 2026 Launch
An event by the Weibel Institute for Digital Cultures
Heutige Kunst- bzw. Kunstausbildungsinstitutionen stehen an einer entscheidenden Schwelle: Daten,
Algorithmen und künstliche Intelligenz sind zu Werkstoffen einer neuen industriellen Epoche geworden, in der das Verhältnis
von Kunst, Technik und Gesellschaft grundlegend neu verhandelt werden muss. Was einst ästhetische Eingriffe und Adaptionen
inmitten unterschiedlicher Phasen von industrieller Produktion waren, verlangt heute nach einer Neubetrachtung im digitalen
Raum. Das Heft Data Materialities des Springerin Magazins, das in Kooperation mit dem Weibel Institut für digitale Kulturen
der Universität für angewandte Kunst Wien entstanden ist, fragt, wie sich Kunst inmitten datengetriebener Prozesse behaupten
kann – oder diese gar zu transformieren versteht.
Daten sollen dabei
nicht länger als abstrakte Informationsströme verstanden werden, sondern als etwas Physisches, Formbares, das sich gestalten
lässt. Wie können künstlerische Praktiken maschinelles Lernen nicht nur nutzen, sondern auch hinterfragen, verformen, unterlaufen,
neu ausrichten? Welche Formen des Denkens und von ästhetischer Praxis entstehen, wenn Algorithmen zu gestalterischer Materie
werden?
Die Diskussion reicht weit über technische Fragen hinaus: Es geht um Ethik, Repräsentation, ja eine kritische
und demokratische Teilhabe an KI – und um die Möglichkeit, aus künstlerischer Perspektive andere Vorstellungen von Intelligenz
und Kreativität zu entwickeln.
Darüber hinaus fragt die Ausgabe, wie sich künstlerisches Wissen als Motor gesellschaftlicher
Transformation begreifen lässt. Data Materialities versucht diese Vision weiterzudenken – und damit den
komplexen Dynamiken digitaler Veränderung auf kritische und imaginative Weise gerecht zu werden.
Authors:
Clemens Apprich, Beyza Köroglu, Daphne Dragona, Claudia Larcher, Paul Feigelfeld, Victoria Ivanova, Diane Cescutti, Robin
Holt, Kyriaki Goni