/ecm diskurs 78: Versammeln. Kuratieren als performative Praxis
Ein Vortrag von Florian Malzacher
Florian Malzacher © Jasper Kettner
Theater ist vor allem ein Medium des Versammelns und der temporären Gemeinschaft. Dort, wo es von diesem Potenzial
Gebrauch macht, wo es tatsächlich zum öffentlichen Raum wird, kann es zu einem Ort des pluralistischen Verhandelns werden
– einem Ort, an dem ein spielerischer (aber ernsthafter) Agonismus Widersprüche nicht nur am Leben hält, sondern vor allem
erlaubt, sie frei zu artikulieren.
Ein performativer Ansatz des Kuratierens
greift solche Überlegungen auf, um die Möglichkeiten, Strategien und Taktiken des Theaters zu nutzen. Dabei folgt er Theoretiker*innen
wie J. L. Austin und Judith Butler in ihrem Glauben an die performative Kraft, Wirklichkeit verändern zu können, unterstreicht
aber auch die unterschätzte, umgangssprachlichere Bedeutung des Begriffs als Beschreibung für etwas, das „theaterähnlich"
ist. Wie ermöglichen theaterähnliche Strategien und Techniken es, wirklichkeitsverändernde Situationen in der Kunst zu erzeugen?
Wie kann Kuratieren selbst inszeniert, dramatisiert und choreographiert werden? Und welche Spielräume gibt es noch in einer
Zeit, in der das Konzept der Versammlung nicht nur im Theater unter Druck geraten ist?
Florian Malzacher ist
Kurator, Autor, Professor für Dramaturgie und kuratorische Praxis an der HfG Karlsruhe, sowie Gastgeber der Reihe The Art
of Assembly. Seine Publikationen zum postdramatischen Theater, zum Verhältnis von Kunst, Aktivismus und Politik sowie zur
kuratorischen Praxis wurden in über 15 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien unter anderem das Buch Gesellschaftsspiele. Politisches
Theater heute.
Moderation: Nora Sternfeld Professorin HFBK Hamburg, /ecm-Leitungsteam
Um Anmeldung wird gebeten: ecm@uni-ak.ac.at
Weitere Informationen: ecm.ac.at