Theater
ist vor allem ein Medium des Versammelns und der temporären Gemeinschaft. Dort, wo es von diesem Potenzial Gebrauch macht,
wo es tatsächlich zum öffentlichen Raum wird, kann es zu einem Ort des pluralistischen Verhandelns werden – einem Ort, an
dem ein spielerischer (aber ernsthafter) Agonismus Widersprüche nicht nur am Leben hält, sondern vor allem erlaubt, sie frei
zu artikulieren.
Ein performativer Ansatz des Kuratierens greift solche Überlegungen auf, um
die Möglichkeiten, Strategien und Taktiken des Theaters zu nutzen. Dabei folgt er Theoretiker*innen wie J. L. Austin und Judith
Butler in ihrem Glauben an die performative Kraft, Wirklichkeit verändern zu können, unterstreicht aber auch die unterschätzte,
umgangssprachlichere Bedeutung des Begriffs als Beschreibung für etwas, das „theaterähnlich" ist. Wie ermöglichen theaterähnliche
Strategien und Techniken es, wirklichkeitsverändernde Situationen in der Kunst zu erzeugen? Wie kann Kuratieren selbst inszeniert,
dramatisiert und choreographiert werden? Und welche Spielräume gibt es noch in einer Zeit, in der das Konzept der Versammlung
nicht nur im Theater unter Druck geraten ist?
Florian Malzacher ist Kurator, Autor, Professor
für Dramaturgie und kuratorische Praxis an der HfG Karlsruhe, sowie Gastgeber der Reihe The Art of Assembly. Seine Publikationen
zum postdramatischen Theater, zum Verhältnis von Kunst, Aktivismus und Politik sowie zur kuratorischen Praxis wurden in über
15 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien unter anderem das Buch Gesellschaftsspiele. Politisches Theater heute.
Moderation: Nora
Sternfeld Professorin HFBK Hamburg, /ecm-Leitungsteam
Um Anmeldung wird gebeten:
ecm@uni-ak.ac.atWeitere Informationen:
ecm.ac.at