08. Juli 2022
Julius
Pristauz erhält den Preis der Kunsthalle Wien 2022 für seine multimediale Installation im Rahmen seiner Arbeit
Bad Light
(zu sehen
aaa.dieangewandte.at/abschlussarbeiten/julius-pristauz-bad-light).
Der bereits zum achten Mal vergebene
Preis der Kunsthalle Wien steht für
die gelungene Zusammenarbeit der Kunsthalle Wien mit der Akademie der bildenden Künste Wien und der Universität für angewandte
Kunst Wien und hat sich als wichtiges Instrument der Förderung junger Künstler*innen in Wien etabliert.
Die per Juryentscheid an ausgewählte Absolvent*innen der beiden Wiener Kunsthochschulen vergebene
Auszeichnung umfasst eine Ausstellungsteilnahme und eine dazugehörige Publikation; pro Kunsthochschule wird zudem ein*e Künstler*in
mit dem Hauptpreis inklusive eines Preisgelds in Höhe von 3.000 Euro ausgezeichnet.
Für die
diesjährige Preisvergabe sichtete die Jury insgesamt 95 Diplom- und Masterprojekte aus den Bereichen bildende und Medienkunst
– 43 Absolvent*innen der Akademie und 52 Absolvent*innen der Angewandten bewarben sich um den Preis. Herausragendes Thema
in ihren Arbeiten war die Suche nach einem „echten“, einem wahrhaftigen subjektiven Ausdruck, in dem sich die sozialen und
politischen Kontexte unserer Zeit spiegeln. Ebenso präsent in den Werken waren Aufmerksamkeit und Empathie in Bezug auf das
Zusammenleben von menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen auf der Erde.
Aufgrund der hohen Qualität
der eingereichten Arbeiten beschloss die Jury, insgesamt zehn Absolvent*innen für die Teilnahme an der Gruppenausstellung
auszuwählen, die im Frühjahr 2023 in der Kunsthalle Wien zu sehen sein wird:
Der mit dem Hauptpreis für
die Akademie ausgezeichnete Albin Bergström überzeugte die Jury mit seinen gewagten und fröhlichen Skulpturen. Durch
die Einbindung textiler Fundstücke werden sie zu extravaganten, aber stummen Protagonisten, die auf subtile Weise die Aufhebung
kolonialer Geschichten der Ausbeutung durch alltägliche (und vermeintlich unschuldige) Rituale widerspiegeln. Julius Pristauz
erhält den Hauptpreis der Angewandten für eine multimediale Installation, die seinen Film Bad Light begleitet. Seine
subtil aufeinander abgestimmten Arbeiten verwischen die Kategorien, anhand derer Identitäten normalerweise definiert werden,
und navigieren uns durch die Vielfalt und Komplexität queerer Identitäten und Kulturen.
Als weitere Preisträger*innen
wählte die Jury Alexandru Cosarca, Charlotte Gash, Gleb Kulpin und Juliana Lindenhofer (alle Akademie
der bildenden Künste Wien) sowie Tijana Lazović, Raphael Reichl, Vanessa Schmidt und Ramiro Wong
(alle Universität für angewandte Kunst Wien) aus.
Stimmen zum Preis der Kunsthalle Wien 2022:
WHW (Ivet Ćurlin, Nataša Ilić und Sabina Sabolović), künstlerische Leiterinnen der Kunsthalle Wien:
„Wir freuen uns, mit dem Preis der Kunsthalle Wien 2022 wiederum eine ganze Reihe junger Künstler*innen auf ihrem Weg zu unterstützen
und mit ihnen zugleich in einen Austausch zu treten und von ihnen zu lernen: Wir sind neugierig, wie diese Generation von
Künstler*innen auf die Welt von heute sowie in die Zukunft schaut. Mit der kommenden Gruppenausstellung bieten wir unserem
Publikum erneut die Möglichkeit, einer großen Bandbreite an künstlerischen Stimmen zu begegnen – diese Vielfalt zu zeigen,
ist einer der Grundsätze unseres Programms in der Kunsthalle Wien und es ist uns eine besondere Freude, dieses Anliegen in
Zusammenarbeit mit den beiden Wiener Kunsthochschulen umzusetzen.“
Johan F. Hartle, Rektor der Akademie: „Die Akademie
der bildenden Künste Wien freut sich über diese Kooperation, die unseren Absolvent*innen eine gewichtige öffentliche Sichtbarkeit
bietet und einen entscheidenden Impuls für ihre weitere künstlerische Arbeit setzt. Die diversen Positionen umfassen in diesem
Jahr Skulpturen und Installationen mit unterschiedlichsten Materialien und gestalterischen Zugängen, mitunter an der Schwelle
zu Performance und Film. Die Arbeiten von Albin Bergström, Juliana Lindenhofer, Gleb Kulpin, Alexandru Cosarca und Charlotte
Gash enthalten eine Bandbreite historischer, gender- und geopolitischer Verweise und teils ironische Rekurse auf Kunstwelt,
Clubkultur und Sitcom. Auf diese Vielfalt an Perspektiven in den künstlerischen Arbeiten der Diplomand*innen ist die Akademie
sehr stolz.“
Eva Maria Stadler, Vizerektorin der Angewandten: „Für die Absolvent*innen der Universität für angewandte
Kunst Wien ist der Preis der Kunsthalle Wien eine außergewöhnliche Chance, sich einer breiteren Öffentlichkeit in einem institutionellen
Rahmen vorzustellen und in einen weiterführenden Austausch mit dem kuratorischen Team der Kunsthalle Wien zu treten. Der Preis
stellt damit einen nachhaltigen Beitrag zur Professionalisierung der jungen Künstler*innen dar. Wir freuen uns ganz besonders,
in diesem Jahr mit Julius Pristauz jemanden auszuzeichnen, der in seinen Arbeiten und Projekten immer wieder ein „Wir“ anstelle
eines „Ichs“ adressiert. Indem er das Private verstärkt im Öffentlichen verortet, gelingt ihm die Wiedergewinnung des Politischen
im Spannungsfeld von Kapitalismus und der Identität des Einzelnen. Auch den weiteren Preisträger*innen Tijana Lazović, Raphael
Reichl, Vanessa Schmidt und Ramiro Wong möchten wir noch einmal ganz herzlich gratulieren.”
Die
Preisträger*innen im Überblick:
Hauptpreisträger der Akademie der bildenden Künste Wien
Albin Bergström (Objekt-Bildhauerei / Julian Göthe)
Weitere Preisträger*innen der Akademie der bildenden
Künste Wien
Alexandru Cosarca (Kontextuelle Malerei / Ashley Hans Scheirl)
Charlotte Gash (Performative
Kunst / Carola Dertnig)
Gleb Kulpin (Bildhauerei | Raumstrategien / Iman Issa)
Juliana Lindenhofer (Bildhauerei
| Raumstrategien / Iman Issa)
Hauptpreisträger der Universität für angewandte Kunst Wien
Julius Pristauz (Transmediale Kunst / Jakob Lena Knebl)
Weitere Preisträger*innen der Universität für
angewandte Kunst Wien
Tijana Lazović (Malerei und Animationsfilm / Judith Eisler)
Raphael Reichl
(Ortsbezogene Kunst / Paul Petritsch)
Vanessa Schmidt (Malerei / Henning Bohl)
Ramiro Wong (transarts
/ Nita Tandon)
Die Fachjurys der beiden Kunsthochschulen:
Die Jury der Akademie
der bildenden Künste Wien
Für die Akademie: Veronika Dirnhofer (Professorin für Zeichnen), Julian Göthe (Professor
für Objekt-Bildhauerei) und Johan F. Hartle (Rektor der Akademie)
Für die Kunsthalle Wien: WHW, Anne Faucheret und Nicole
Suzuki
Externer Juror: Vít Havránek (Kurator und Vizerektor der Akademie der bildenden Künste Prag)
Vorsitz: Johan
F. Hartle (Rektor der Akademie)
Organisation: Christine Rogi
Die Jury der Universität für angewandte
Kunst Wien
Für die Angewandte im Wintersemester 2021/22: Cosima Rainer (Leiterin Kunstsammlung und Archiv),
Lukas Posch (Alumnus) und Eva Maria Stadler (Vizerektorin der Angewandten)
Für die Angewandte im Sommersemester 2022:
Robert Müller (Kurator Kunstsammlung und Archiv), Vika Prokopaviciute (Alumna) und Eva Maria Stadler (Vizerektorin der Angewandten)
Für die Kunsthalle Wien: WHW, Anne Faucheret und Nicole Suzuki
Externer Juror: Vít Havránek (Kurator und Vizerektor
der Akademie der bildenden Künste Prag)
Vorsitz: Eva Maria Stadler (Vizerektorin der Angewandten)
Organisation:
Anette Freudenberger
Die Ausstellung zum Preis der Kunsthalle Wien 2022:
Ausstellungsort:
Kunsthalle Wien
Ausstellungslaufzeit: voraussichtlich ab Mai 2023
Kuratorin: Anne Faucheret