GAL und Aisthesis: "NOW THAT WE ARE PERSONS “ TEIL II
Vorstellung eines Kunstprojektes und KünstlerInnengespräch
Mit
Leonora Scheib und Carolyn Amann
NOW THAT WE ARE PERSONS geht der Frage nach, wie wir schädliche Werte, die dem
westlichen kulturellen Konstrukt des Genies innewohnen, ausmerzen können und trotzdem in einer Gesellschaft gedeihen, die
auf diesen Werten aufbaut und sie fördert?
Die kanadische Komponistin Caitlin Smith und die
Dramatikerin Carolyn Amann entwickeln derzeit NOW THAT WE ARE PERSONS, eine Oper für zwei Sängerinnen, eine Schauspielerin,
ein Kammerensemble und Elektronik. Darin verhandelt eine junge Künstlerin ihre eigene Beziehung zum Genie-Begriff, den damit
einhergehenden internalisierten Erwartungshaltungen und ihr Bedürfnis nach Zugehörigkeit.
Im Rahmen der Projektentwicklung
initiiert unser Team von Civic Opera Creations fortlaufende Begegnungen, die das künstlerische Schaffen anregen, beeinflussen
und gegenseitigen Austausch ermöglichen. Im letzten Jahr hatten wir bereits Kooperationen mit der Kunst VHS, Micis - Musik
und bildende Kunst, Vienna Atelier of Traditional Art, und der Zeichenfabrik und freuen uns nun insbesondere auf das Zusammentreffen
mit dem Gender Art Lab. Unser Ziel ist, in einen gemeinsamen Gedankenaustausch zu treten und die Themen des Stücks zu diskutieren
und zu hinterfragen, um eine Vielzahl von Perspektiven miteinzubeziehen.
Anschließend Diskussion.
am
Di. 06.06.23 15:00 Uhr
Im Hörsaal des GAL
Salzgries 14 / 2. Stock
1010 Wien
Mitwirkende und Kurzbiografien
Caitlin Smith ist eine in Wien lebende kanadische Komponistin und Schriftstellerin.
In ihrer Arbeit reflektiert sie die gesellschaftliche und professionelle Verortung einer Künstlerin mit einer chronischen
Schmerzkrankheit. Dabei verwendet sie ein breites Spektrum an Musikrichtungen, um in ihren gesungenen wie auch gesprochenen
Werken Themen wie Feminismus, Behinderung und Ungleichheit künstlerisch zu vermitteln.
Caitlin Smith integriert in ihrer
Partitur prägnant und humorvoll ästhetische Elemente der Kunstmusik und der Popularmusik, stellt sie einander gegenüber, dekonstruiert
sie. Das Libretto wird von Smith und Amann gemeinsam verfasst und rückt Ein- und Ausgrenzungsmechanismen, als auch Sprache,
Kultur und Zugehörigkeit in den Mittelpunkt.
Carolyn Amann ist Dramatikerin und Poetin. Sie studierte Theater-,
Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Als Regieassistentin war sie am Schauspielhaus Graz, am Schauspielhaus
Wien und den Bregenzer Festspielen tätig. 2019 war ihr Stück „Zement“ im Kosmos Theater in Bregenz zu sehen, 2021 Kleists
„Der Zerbrochne Krug“ am Landestheater Linz, für welches sie einen Epilog schrieb und das für den Bundesländer Nestroy 2021
nominiert wurde.
Der chinesisch-amerikanische Künstler Kelvin Chan verfolgt sein zentrales Engagement, menschliche
Verbindungen durch die Kunst als Sänger, Schauspieler, Regisseur, Theatermacher und Produzent zu kreieren. Arbeiten im neuen
und experimentellen
Musiktheater umfassen New Amsterdam, New Dramatists, Schlüterwerke, VOX Festival der New York City
Opera, Opera Moderne, American Repertory Theatre, Nautilus Music-Theater,Theatre de la Jeune Lune, HGOCo, Vital Opera (NY)
und VOXCRAFT (NL).
Leonora Scheib ist Creative Producer, Produktions- und Projektleiterin im Bereich des neuen
Musiktheaters. Mehrfach holten sie gefragte Regisseure an renommierte Opernhäuser wie das Theater an der Wien, Königliche
Oper Kopenhagen, Opéra national du Rhin oder die Bregenzer Festspiele, wo sie 2021 bei der Uraufführung „Wind“ auch Regie
führte. Sie vollendete ihre individuellen Studiengänge zur Disponierung zeitgenössischen Musiktheaters; dies führte sie u.a.
2019 als Vortragende zur Opera Europa Conference. In den vergangenen Jahren arbeitete sie u.a. beim Lausitz Festival, Wien
Modern, mit errortheater, staatsoper24 und dem von ihr mitbegründeten Civic Opera Creations.
Civic Opera Creations
(COCREATIONS), 2020 in Wien von Carmen C. Kruse und Leonora Scheib gegründet, produziert neue innovative Oper und Musiktheater,
die im Dialog und Gedankenaustausch zwischen Gemeinschaften und Künstler*innen entstehen. Der Verein widmet sich Erzählungen,
die neue Perspektiven eröffnen und im traditionellen Repertoire fehlen. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen erweitern sie
den traditionellen Opernraum durch Verbindungen mit neuen Technologien und Impulsen aus interdisziplinären Szenen.