In Zeiten, in denen "alternative" Fakten anstelle tatsächlicher
Fakten den öffentlichen Diskurs zu bestimmen drohen, ist eine Auseinandersetzung mit Fragen der Narration umso wichtiger:
Wie wird / ist Wissen verfasst, das als sogenannte "objektive" Basis dient? Was bedeutet Recherche innerhalb der eigenen
künstlerischen Praxis? Lässt sich das Verhältnis von Faktum und Dramaturgie in einer produktiven Weise kollektiv entwickeln?
Die Gesprächsreihe GEFÜHLTE FAKTEN nähert sich emotionalisierten Debatten als Dialog zwischen Wissenschaft
und Literatur und sucht nach Möglichkeitsräumen, die durch das Teilen der jeweiligen Perspektive und das Entwickeln einer
kollektiven Sichtweise entstehen können.
Alle Termine und Infos auf
dieangewandte.at/gefuehltefaktenEine Veranstaltungsreihe der Abteilung Publikationen
mit dem Institut für Sprachkunst, Universität für angewandte
Kunst Wien
GEFÜHLTE FAKTEN #3
Resonanzen – zu
Kunst und Gesellschaft im WechselspielIn Zeiten politischer Verhärtungen erscheint die Idee von "l’art
pour l’art", von Kunst als abgeschlossener Insel, nur noch als utopische Blase der Privilegierten. Aber kann Kunst überhaupt
in gesellschaftliche Prozesse hineinwirken – und wenn ja, inwieweit unterstellt sie sich dabei politischen Dynamiken und Ansprüchen?
Welche Narrative entstehen an den Schnittstellen von Ästhetik, Politik und Öffentlichkeit?
Darüber diskutieren
Lina Hesse, Illustratorin und Mitbegründerin des Berliner Vereins für kulturelle und künstlerische Bildungsarbeit
Zuckerwattenkrawatten,
Luca Kieser, Autor und Mitarbeiter bie PROSA – Schule für Alle, Dilan Şengül, Raumplanerin, Kuratorin und Geschäftsführerin
des D—Arts Projektbüros für Diversität, und JENNY, Universität für angewandte Kunst Wien.
Dienstag, 17.
März 2026 – 18 UhrUniversität für angewandte Kunst Wien
Auditorium
Vordere Zollamtsstraße 7
1030
Wien
MitLina Hesse,
Luca Kieser,
Dilan Şengül
und JENNY
Moderiert
von Matthias Seier
Angelehnt an das Literaturmagazin
JENNYEdition Angewandte,
De Gruyter 2013-2024, Residenz 2025
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich. Nähere Infos auf dieangewandte.at/barrierefrei
BIOGRAFIENLina Hesse, geboren 1983, ist nach Deutschland zugewandert und hat
in Potsdam Kommunikationsdesign mit Schwerpunkten Print Media und Illustration studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin als
freie Medienpädagogin, Bühnenbildnerin, Illustratorin und Grafikdesignerin. Lina hat im Jahr 2014 das Kreativstudio für Kinder
namens Zuckerwattenkrawatten mitgegründet und prägt seitdem seine Philosophie, sein Erscheinungsbild und seine Laune.
Luca Kieser studierte Philosophie, Sprachkunst und Ethik in Heidelberg, Leipzig und Wien. Sein Debütroman
Weil da war etwas im Wasser war unter anderem für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert. Zuletzt erschien sein zweiter
Roman
Pink Elephant, der von Books at Berlinale ausgewählt, für den Anna Haag Preis 2025 nominiert und vom Deutschen
Literaturfonds mit dem Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium ausgezeichnet wurde. Im Verein Vielmehr für Alle engagiert
sich Kieser seit 2017 als Trainer, Projektleiter und seit 2024 als Vorstandsmitglied. Er lebt in Wien.
Dilan Şengül ist Raumplanerin (BSc), Kuratorin, Kulturarbeiterin und aktuell die Geschäftsführung des D—Arts Projektbüros
für Diversität. Von 2015 bis 2020 war sie Projektmitarbeiterin im ArtSocialSpace Brunnenpassage. 2016 erhielt sie das
Stipendium von Kültür gemma. Sie lernte Schauspiel an der diverCITYLAB Akademie und war von 2013 bis 2016 als Schauspielerin
tätig. Dilan Şengül wirkte in diversen Projekten der freien Szene als Kuratorin, Produzentin und Regisseurin mit. Ihr Interesse
gilt den informellen Partizipationsprozessen und der Vermittlung derer durch künstlerische Methoden.
JENNY JENNY
ist seit 2013 das Literaturmagazin des Instituts für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien und erscheint
jährlich in der Edition Angewandte bei De Gruyter, seit 2024 nunmehr im Residenz Verlag. JENNY hat sie alle: Lyrik. Essay.
Prosa. Drama. Interviews. Herausgegeben von Studierenden, ist sie eine Seismographin für junge deutschsprachige Literatur
innerhalb und jenseits der Gattungsgrenzen.
Matthias Seier studierte Kultur- und Literaturwissenschaften
sowie Soziologie in Dortmund und Athen. Nach Stationen u.a. in Dortmund ist er Dramaturg am Volkstheater Wien. Dort organisierte
er 2021 gemeinsam mit Christoph Gurk das dreitägige Festival THE NEW NORMAL sowie im Februar 2023 mit Calle Fuhr
das Themenwochenende TIEFENBOHRUNG über post-fossile Narrative. Weitere Arbeiten als Dramaturg und Autor am
Schauspielhaus Hamburg sowie der Volksbühne Berlin. Die von ihm betreute Produktionen DAS INTERNAT (Regie:
Ersan Mondtag, 2018) sowie humanistää! nach Ernst Jandl (Regie: Claudia Bauer, 2022) wurden jeweils zum
Berliner Theatertreffen eingeladen. In der Kritikerumfrage des Fachmagazins Theater heute wurde seine Dramaturgie für humanistää!
zur besten Dramaturgie der Spielzeit 21/22 gewählt.